Eigentlich wollte ich nur eine Entscheidung treffen.

Nichts Weltbewegendes. Kein Umzug, keine Kündigung und auch keine Frage, die mein weiteres Leben bestimmt. Eine von diesen ganz normalen Entscheidungen, die im Alltag ständig auftauchen und bei denen andere Menschen offenbar einfach irgendwann sagen: „Dann mache ich es eben so.“

Mein Kopf hat andere Pläne.

Denn kaum liegt die Entscheidung vor mir, tauchen plötzlich Möglichkeiten auf. Und zu jeder Möglichkeit gibt es Konsequenzen. Zu den Konsequenzen gibt es Ausnahmen. Zu den Ausnahmen fallen mir Situationen ein, die ich ebenfalls berücksichtigen müsste. Und irgendwo zwischen „Was möchte ich eigentlich?“ und „Was wäre theoretisch die vernünftigste Lösung?“ ist aus einer kleinen Entscheidung ein komplettes Forschungsprojekt geworden.

Das Absurde daran: Ich weiß häufig sehr genau, dass ich gerade viel zu viel darüber nachdenke.

Diese Erkenntnis beendet das Nachdenken nur leider nicht.

Von außen kann das wie Unentschlossenheit wirken. Vielleicht auch wie unnötiges Verkomplizieren. Für mich fühlt es sich eher an, als müsste ich erst sämtliche offenen Möglichkeiten schließen, bevor mein Kopf bereit ist, eine davon wirklich loszulassen.

Und je länger ich darüber nachdenke, desto wichtiger fühlt sich die Entscheidung an.

Irgendwann geht es dann längst nicht mehr darum, die perfekte Lösung zu finden. Ich möchte einfach nur noch irgendeine Entscheidung treffen, damit endlich Ruhe ist.

Manchmal hilft es mir, die Zahl der Möglichkeiten bewusst kleiner zu machen. Manchmal brauche ich jemanden, der nicht für mich entscheidet, sondern dabei hilft, das Gedankenknäuel ein bisschen auseinanderzuziehen.

Und manchmal entscheide ich morgen.

Also wirklich morgen. Wahrscheinlich.

WordPress-Auszug

Eine kleine Entscheidung, zehn Möglichkeiten und plötzlich läuft im Kopf eine komplette Risikoanalyse. Wenn Entscheiden deutlich mehr Energie kostet, als die Sache eigentlich verdient hätte.