Es gibt Tage, an denen die Welt erstaunlich viele Dinge gleichzeitig von mir möchte.

Menschen reden. Nachrichten kommen rein. Irgendwo wartet noch etwas, das ich erledigen wollte. Eine Aufgabe erinnert mich an die nächste, während im Hintergrund bereits die dritte auftaucht. Dazu Geräusche, Bewegungen, Gedanken und dieser eine offene Punkt, den ich seit Stunden nicht vergessen darf.

Das Problem ist irgendwann nicht mehr, dass ich zu wenig Informationen habe.

Ich habe zu viele davon – und offenbar möchten gerade alle gleichzeitig auf die Bühne.

Dann wird Priorisieren schwierig. Nicht unbedingt, weil ich nicht weiß, dass manche Dinge wichtiger sind als andere. Ich kann eine Prioritätenliste sogar vollkommen logisch erklären. Nur hilft mir diese theoretische Reihenfolge erstaunlich wenig, wenn sich im Moment alles gleich dringend anfühlt.

Von außen sieht man davon häufig wenig.

Vielleicht sitze ich einfach da. Vielleicht antworte ich kürzer. Vielleicht werde ich stiller oder gereizter. Vielleicht versuche ich noch eine ganze Weile, so zu tun, als könnte ich sämtliche Informationen weiterhin ordentlich verarbeiten.

Innen ist längst Hauptverkehrszeit.

Das ist einer dieser Momente, in denen „Mach einfach eins nach dem anderen“ gleichzeitig vollkommen richtig und vollkommen nutzlos sein kann. Denn bevor ich eines nach dem anderen machen kann, muss mein Kopf erst einmal entscheiden, welches Eine überhaupt zuerst dran ist.

Manchmal brauche ich deshalb nicht mehr Motivation.

Ich brauche weniger gleichzeitig.

Weniger Stimmen. Weniger offene Baustellen. Weniger Entscheidungen. Weniger Dinge, die alle behaupten, gerade besonders wichtig zu sein.

Und gelegentlich braucht Reizi einfach fünf Minuten, in denen niemand etwas von ihm möchte.

Nicht einmal Reizi.