Es gibt Gespräche, bei denen ich dabei bin und trotzdem irgendwann das Gefühl bekomme, eigentlich gar nicht mehr Teil des Gesprächs zu sein.
Es wird über meine Situation gesprochen. Darüber, was für mich sinnvoll wäre. Was ich wahrscheinlich brauche. Warum ich etwas mache oder nicht mache. Vielleicht sogar darüber, wie man mir helfen könnte.
Das Interessante daran: Ich sitze direkt daneben.
Natürlich können andere Menschen etwas beobachten, das mir selbst nicht auffällt. Und manchmal ist eine Perspektive von außen tatsächlich hilfreich. Schwierig wird es für mich erst dann, wenn diese Perspektive plötzlich mehr Gewicht bekommt als das, was ich selbst über mein Erleben sage.
Dann wird aus Unterstützung schnell Interpretation.
Ich erkläre etwas – und jemand erklärt anschließend, was ich damit vermutlich wirklich meine. Ich sage, dass etwas für mich nicht funktioniert – und bekomme erklärt, warum es eigentlich funktionieren müsste. Oder es werden Lösungen für ein Problem gesucht, bevor überhaupt jemand gefragt hat, ob das gerade mein Problem ist.
Vielleicht ist genau deshalb ein kleiner Unterschied für mich ziemlich groß:
Über jemanden sprechen und mit jemandem sprechen sind nicht dasselbe.
Mit mir zu reden bedeutet nicht, dass automatisch alles so gemacht werden muss, wie ich es möchte. Es bedeutet auch nicht, dass niemand widersprechen darf. Es bedeutet zunächst nur, meine Perspektive als eine relevante Information zu behandeln – und nicht als störenden Zusatz zu einer Erklärung, die bereits fertig ist.
Ich muss nicht in jedem Gespräch Recht haben.
Aber ich möchte darin vorkommen.
Reizi findet das übrigens einen erstaunlich niedrigen Anspruch an Kommunikation. Und trotzdem scheint selbst der gelegentlich ambitioniert zu sein.